Plan für Stadionumbau – Machbarkeitsstudie Stadt Darmstadt

Mitte 2012 hat der Magistrat der Stadt Darmstadt eine sog. Machbarkeitsstudie für ein neues Stadion in Auftrag  Graphik-Stadionlilie-final-07aug14-bildgegeben, die dann im Juli 2013 vorlag.

Auf der Basis dieser Studie haben dann die politischen Gremien der Stadt grundsätzlich, aber verbindlich beschlossen, nicht ein neues Stadion an anderer Stelle zu bauen sondern das alte Bölle in ein neues und zeitgerechtes Stadion umzubauen – aber nur unter der Voraussetzung, dass die Finanzierung realisiert werden kann wie geplant.

Sowohl dieses Finanzierungkonzept als auch eine organisatorische Struktur für den Bau und Betrieb des künftigen Stadions werden  in der Machbarkeitsstudie vom Prinzip her aufgezeigt.

Für den Bau und Betrieb des Stadions wird eine städtische Tochtergesellschaft verantwortlich sein, die unter anderem auch mit der steuerlichen Überlegung gegründet wurde, die MWST bei den Bau- und künftigen Betriebskosten einzusparen bzw. mit den anteiligen Erträgen zu verrechnen, die langfristig zur Finanzierung der Massnahme benötigt werden.

Die Hälfte der geschätzten Bausumme von knapp 28 Mio €, also ca. 14 Mio € soll entweder durch Sponsoren und/oder durch Gelder des Landes Hessen aufgebracht werden.

Die restlichen ca. 14 Mio € sollen – so der Plan – über Kredite finanziert werden. Zinsen und Tilgung für diese Darlehen sollen aufgebracht werden durch laufende Einnahmen, also die Mietzahlungen des SV98, Einnahmen aus dem Verkauf der Namensrechte, sonstige Werbung, Catering und Erlöse aus Veranstaltungen im Stadion außerhalb vom Fußball.

Hinzu kommt  ein jährlicher finanzieller Beitrag der Stadt in Höhe von 500.000 €, dem Eigentümer des Stadions. Etwa diese Summe wäre künftig jedes Jahr auch erforderlich für Instandhaltungsmassnahmen, um das alte Stadion weiter nutzen zu können – wenn es keinen Neubau bzw. Umbau gäbe. So gesehen soll der Umbau in ein neues Stadion den städtischen Haushalt nicht stärker belasten als andauernde Reparaturen am alten Stadion, die aber keine grundlegende Verbesserung bringen würden.

Im Frühjahr diesen Jahres (2014) gab es eine Zusage des Landes Hessen für die erhofften Mittel in Höhe von 10,4 Mio € und weitere 3,5 Mio € hat das Land noch in Aussicht gestellt. Außerdem sind die Erlöse durch die Namensvergabe an Merck in Höhe von 300.000€ p.a. jetzt bekannt.

Mit dieser finanziellen Ausgangsbasis wird nun bis Ende diesen Jahres (2014) ein sog. Businessplan erstellt werden, der den Nachweis erbringen soll, dass die Mittel für die Finanzierung des Umbaus plus die laufenden Kosten für den Betrieb erwirtschaftet werden können mit den oben aufgeführten jährlichen Einnahmen. Dieser Wirtschaftsplan soll spätestens zum Jahresende vorliegen und erst dann werden die politischen Gremien endgültig über den Umbau des Stadions entscheiden und die Mittel freigeben.

Zeitlich parallel zur Erstellung des Wirtschaftsplans wird ein Lastenheft erarbeitet, welches die rechtlichen, baulichen und funktionalen Anforderungen an das neue Stadion dokumentiert. An der Erstellung des Lastenheftes werden die Ämter der Stadt, der Verein und wir, das Fanbündnis mitarbeiten. Es wird die Grundlage sein für eine Anfang 2015 geplante Ausschreibung.

Als Ergebnis dieses Wettbewerbs wird ein Entwurf des neuen Stadions gefordert mit der für eine Baugenehmigung erforderlichen Detailplanung, einem Zeitplan für den Umbau sowie eine verbindliche Summe der Baukosten. Ob dann tatsächlich – wie geplant – die Baumassnahmen parallel zur Nutzung im Sommer 2015 beginnen und zu Beginn der Saison 2016/2017 das neue Stadion fertig sein wird, werden wir sehen.

Für Interessierte hier die Machbarkeitsstudie zum Herunterladen
Machbarkeitsstudie Böllenfalltor Jul13